Scheune, Deetz

Elastisches Wohnen

Ein Vierseithof in Brandenburg wird zum Ausgangspunkt eines gemeinschaftlich organisierten Lebens- und Arbeitsortes einer jungen Genossenschaft. Veränderungen in der Wohnkonstellation, Familiengründung, Gruppenwachstum oder Verkleinerung sollen dabei als zentrale Anforderungen an die räumliche Organisation berücksichtigt werden.

Im Rahmen eines partizipativen Planungsprozesses werden die Potenziale des Hofes identifiziert und weiterentwickelt. Die Scheune wird als Hauptstandort für das Wohnen ausgewählt, das Haupthaus für gemeinschaftliches Arbeiten geringfügig angepasst, die flankierenden Scheunen bleiben als Raumreserven für saisonale Nutzungen erhalten.

Der bauliche Zustand der Scheune erlaubt nur den Erhalt der Außenwände. Sie nehmen die neue Wohnstruktur als Haus im Haus auf. Mittels eines adaptiven Grundrisses, der offen auf die sich verändernden Raumbedürfnisse der Bewohner:innenstruktur reagiert, kann eine flexible Aufteilung und Entwicklung des Wohnraums gewährleistet werden. Es entstehen bis zu 10 Wohneinheiten.

An den zentral gelegenen Sanitärkern lagern sich „Plusräume“ an, die jeweils zwei benachbarten Wohnungen wahlweise zugeschlagen werden können. Ausgehend von großen Wohngemeinschaften können die Wohnungen über „Kontaktstellen“ zusammengeschaltet und bei Bedarf sukzessive zu kleineren Wohnungen unterteilt werden. Dieser Prozess ist reversibel und kann auch andersherum gedacht werden.

Mit dem Ziel, günstigen Wohnraum zu schaffen, liegt der Fokus auf einfachem Bauen. Eine Mischbauweise aus Holzbau und konventionellen Mauerwerksschotten reagiert auf die spezifischen Anforderungen der einzelnen Bauteile.

 

Typologie: Umnutzung zu einem Wohnungsbau
Auftraggeberin:Gemeinsam Leben Brandenburg eG
BGF: 1.525 m2
LPs: 1-5
Bearbeitung: 10/2023 – 01/2024
Team: Sophia Albrecht, Carsten Oppermann, Erica Venturini, Nicolas Bobran, Mathilda Postel, Nanni Grau, Frank Schönert