Neue Architekturschule Siegen, 2022

Fix und Flex

Im Zuge des Wandels der Architekturausbildung zur Lehre der Bestandstransformation sind gerade Lehrgebäude als konkrete Anschauungsobjekte gefragt.
Bei der Umnutzung des ehemalige Druckhauses der Siegener Zeitung von 1976 zur Neuen Architekturschule Siegen spielen geänderte Lehr- und Lernformate und damit verbunden neue Raumkonstellationen eine wesentliche Rolle. Gemeinsam mit Student*innen wurden im Rahmen einer Summer School erste Erkenntnisse zu Umbau und Lehrkonzepten gewonnen, die in den anschließenden Entwurf miteinflossen.

Ausgehend von einem ganzheitlichen Lernverständnis wird ein Set aus informellen, mehrfach unbestimmten Räumen, Diskursflächen und Laboren zu einer Lernlandschaft geformt, die sowohl konzentrierte
und als anregende Konstellationen, Begegnungs- und Handlungsräume, und das Weiterdenken und Weiterlernen ermöglicht.Unter Erhalt besonderer Raumkonstellationen wird der Bestand auf 4 Voll- und ein Dachgeschoss aufgestockt. Zum Rückwärtigen Fluss wird das Gebäude um eine neue Erschließungs- und Kommunikationszone erweitert. Das Erdgeschoss wird vollständig zum umliegenden Stadtraum geöffnet. Im Inneren ermöglichen verschaltbare Räume eine hohe Nutzungsflexibilität, die zur Aufteilung in verschiedene Lernatmosphären anregen.

Unter Ausnutzung des transformatorischen Potentials werden der Erhalt und die Weiternutzung nahezu sämtlicher Teile des Bestandes ermöglicht. Darüber hinaus werden Aufstockungen und Ergänzungen mit kreislauffähigen, lösbaren Konstruktionen oder nachwachsenden, CO2-bindenden Baustoffen errichtet. Elemente, die rückgebaut werden müssen, werden vor Ort an anderer Stelle wiederverwendet.
Neben der Möglichkeit nutzerbasierter Raumaufteilungen folgt auch die Fassade einem Recycling-Konzept, das prozesshaft mit Student*innen und Lehrenden der Uni Siegen entwickelt werden soll.

 

Auftraggeber: Universität Siegen
Kollaboration: studio erde, eZeit Ingenieure, fd Ingenieure
BGF: 6.515  m2
Wettbewerb
Bearbeitung: 2022
Team: Sophia Albrecht, Carsten Oppermann, Angelina Orsagosch, Linus Werner, Nanni Grau, Frank Schönert